Sonnenaufgangswanderung der Challengerinnen

3… Stunden Schlaf, 2… Stunden Wanderung und 1… unbeschreiblicher Moment…Los geht’s!

So manch einer genießt es ja in den Ferien einmal auszuschlafen und erst später in den Tag zu starten. Doch nicht so vier mutige Caravelles mit ihren zwei waghalsigen Leiterinnen Verena und Mäggy.

Ganz nach dem Motto „We Can Do It” trafen wir uns am Montag dem 13.07.2020 um 16 Uhr im Heim, um uns für ein großes Abenteuer zu rüsten. Die unerschütterliche Crew bestand aus Julia, Hannah, Philippa und Raphi (Ana hatte sich am selben Tag verletzt und musste leider zurückbleiben).

Zum Glück hatten wir am Anfang ein bisschen männliche Unterstützung von Maki und unserem treuen Pfadi-Bus, denn ansonsten hätten wir den weiten und steilen Weg bis zur Götzner Hütte nicht geschafft.

Hannah Fäßler, Julia Moosmann, Raphaela Tutschek, Philippa Marte, Verena Mesch, Mäggy Ortner

Oben angekommen, empfing uns die Hüttenwirtin sehr freundlich und wies uns gleich in unsere Zimmer ein. Danach stimmten wir uns gemeinsam auf unser Vorhaben ein und inspizierten schon einmal die Hohe Kugel von unten. Denn ja, unser Ziel war es, am nächsten „Tag“ den Sonnenaufgang von diesem 1645m hohen Berg zu beobachten und im Licht der ersten Sonnenstrahlen unser Pfadfinderversprechen zu erneuern.

Dazu brauchten wir allerdings noch eine gehörige Stärkung in Form von Schnitzel und Pommes, die uns die Hüttenwirtin am Abend servierte.

Und da wir natürlich nie halbe Sachen machen, bestiegen wir anschließend den nächstgelegenen Hügel, um von dort den Sonnenuntergang zu betrachten.

Später gingen wir zurück zur Hütte, um den Abend mit Kartenspielen ausklingen zu lassen, ehe wir um 10 Uhr ins Bett gingen. (Zitat von Hannah: Des gits o blöß uamol, dass mir bei nar Pfadi Aktion so früah ins Bett gond“)

Doch wie man es so kennt, waren wir alle viel zu aufgeregt, um einzuschlafen und starteten so mit ungefähr drei Stunden Schlaf um 3:00 morgens in den Tag. Unter dem hellen Licht der Sterne und der unfassbar gut sichtbaren Milchstraße, wanderten wir los über Stock und Stein, bewaffnet mit Taschenlampen und unseren Rucksäcken.

Wir erklommen die steilsten Hänge und breitesten Bäche, überlebten einen beinahigen Reh-Angriff… irgendwann kamen wir an die Baumgrenze, erstiegen den letzten Hügel…. und sahen, dass wir auf dem Falschen standen. Die Hohe Kugel war noch ein bisschen rechts von uns, aber auch das packten wir locker und so waren wir sogar schon eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang am Gipfelkreuz angelangt.

Gemeinsam frühstückten wir unseren Proviant und betrachteten das Rheintal und die unbeschreiblich schöne Berglandschaft, die sich vor uns ausbreitete.

Und dann kam der Moment, den, meiner Meinung nach, jeder Pfadi einmal erleben sollte: Im Licht der ersten Sonnenstrahlen erneuerten wir alle gemeinsam unser Versprechen. Jeder einzelne hatte sich noch vor der Wanderung überlegt, was er in diesem Moment sagen wollte und so wurde es eine unbeschreibliche Erinnerung, eine wirklich besondere Versprechensfeier! Und wer weiß, vielleicht sah uns sogar BiPi dabei zu?

Es dauerte nicht lange und die Sonne stand schon hoch am Himmel, also packten wir unsere Sachen zusammen, sagten der Hohen Kugel Lebewohl und marschierten weiter über Berg und Tal bis zur Schönen Mann Alpe, wo wir uns stärkten. Auf dem Weg mussten wir manchmal unseren ganzen Mut zusammennehmen und an vielen Einheimischen (auch genannt Kühe) vorbei wandern. So manch einer wurde dabei hart auf die Probe gestellt. Doch natürlich kamen wir schlussendlich unbeschadet bei der Bushaltestelle Schuttannen an und fuhren mit dem Bus zum Hohenemser Bahnhof, wo sich unsere Wege dann nach und nach trennten.

Übersicht der Strecke

Dank Corona, läuft zwar vieles nicht mehr ganz so rund und man muss kreativ werden. Doch was dabei herauskommt ist oft besser als das alt vertraute, so wie unsere Sonnenaufgangswanderung!

Gut Pfad,

Raphi