Explorerbelt Frankreich

„Do git as jo des uane Wanderlager, söllama do go?“

So fing eigentlich alles an. Julian und ich wussten damals noch nicht, auf was wir uns da genau einlassen und dass der „Explorerbelt“ zu einem unserer einprägsamsten Erlebnisse werden sollte.

Unsere Bewerbung wurde angenommen und so freuten wir uns schon auf die zwei Vorbereitungstreffen. Bei diesen gab es zahlreiche Workshops zu Navigation, Erster Hilfe, Wasseraufbereitung und vielem mehr. Da ein zentrales Element des „Belts“ die Themenfindung und eigenständige Bearbeitung eines Projekts während der Wanderung ist, überlegten wir uns auch dahingehend ein Konzept.

Die Expedition

Die Packliste doppelt und dreifach auf Vollständigkeit geprüft und nicht ohne Nervosität machten wir uns auf den Weg nach Innsbruck, wo wir auf unsere Mitstreiter trafen. Am nächsten Morgen (wenn man 3:30 so nennen will) nahmen wir Kurs Richtung Basel. Im Bus kam dann der große Moment: Wir bekamen unser Kartenmaterial – das Ziel war Dijon! Am Bahnhof angekommen, setzten wir unsere Reise mit dem Zug fort – jedes der 22 Teams zu einem anderen Startort. Wir begannen in Vichy, im Südwesten von Dijon.

Nun waren wir komplett auf uns gestellt. In 10 Tagen sollten 200 km zurückgelegt werden, das Ganze mit Karte-Kompass, der Ausrüstung auf unseren Rücken und 6,00 € Tagesbudget. Dies klappte jedoch wesentlich besser, als man es sich im ersten Moment bei uns zwei Chaoten vorstellt. Wir ließen schnell einige größere Ortschaften hinter uns und suchten uns jeden Abend einen Platz für ein Biwak. Manchmal im Wald, manchmal auch auf einer Wiese. Einmal schneller, einmal langsamer. Aber wir fanden immer einen geeigneten Platz zum nächtigen. Sämtliche Leute, auf die wir trafen, waren äußerst nett und zuvorkommend. Einzig die Kommunikation stellte sich als eher schwierig heraus, da sich unsere Französischkenntnisse auf ein absolutes Minimum („Bonjour!“) beschränken; was uns jedoch nicht daran hinderte, auf ein Essen eingeladen zu werden. 🙂

Das Ziel

Nun kam der große Tag. Für jedes Team war die Zeit für den Zieleinlauf minutengenau getaktet und

so wurden wir von unseren Betreuern und den bisher eingetroffenen Teams unter Jubelrufen begrüßt. Das wir zwei „Trüllar“ beim Zieleinlauf noch eine Spezialeinlage darbieten mussten, war von vorn herein klar 🙂

Am Abend auf dem Standlager fand dann das heiß ersehnte Galadinner statt, dabei kam wohl niemand zu kurz. Die nächsten Tage hatten wir sehr viel Zeit uns mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und wir verbrachten noch eine lässige Zeit mit viel Lagerfeuer auf dem Gelände im Elsass.

Der zeremonielle Schlussakt war natürlich die Verleihung des Explorerbelts. Diese fand sehr stimmungsvoll im Schein vieler Fackeln statt. Nun gehörten wir auch zum Club der Belt-Träger. Und darauf waren wir zwei auch etwas stolz …

Gut Pfad,

Julian Schedler und Elias Vigl

Allgemeines zum Explorerbelt

Der Explorerbelt der PPÖ ist eine 10-tägige Expedition, die in Teams von 2 Personen ausschließlich zu Fuß bestritten wird. Der „Belt“ wird in Österreich seit 2015 im Rhythmus von zwei Jahren für Pfadfinder im Alter von 18-99 Jahren veranstaltet. Außer dem sportlichen Aspekt steht besonders die Interaktion mit Einheimischen und das Kennenlernen der Landeskultur im Vordergrund.

Für Interessierte gibt es die aktuellen Infos unter: https://explorerbelt.ppoe.at/