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Unser Gründer

Kompletter Name:
Robert Stephenson Smith Baden Powel Lord of Gilwell
Spitzname:
BiPi (vom englischen B.P. für Baden Powel)
Geboren:
22.02.1857 in London
Gestorben:
08.01.1941 in Kenia
Am 22. Februar 1857 wurde Robert Stephenson Smyth Baden-Powell in London, als 12tes von 14 Kindern geboren. Seinen Ideenreichtum und Mut hatte er von seinen Vorfahren geerbt. Dies waren Kapitäne, Seeräuber, Forscher und sogar ein Admiral. Schon als junges Kind streifte er gerne durch die Natur rund um das damalige London. Er baute mit seinen Brüdern Schiffe, Hütten und Zelte, beobachtete die Wildtiere und erlernte das Schwimmen. Auch später auf dem College von Charterhouse war er viel öfter im Park und im Wald anzutreffen als in den Griechisch- und Lateinstunden. So hiess es auch meist in seinen Zeugnissen: „Leistung genügend, könnte aber besser sein...“ Aber, überall wo es galt, etwas in Bewegung zu bringen, trat er hervor. Er machte Musik (Geige und Horn), war einer der besten Waldläufer und seine Fähigkeiten, jemanden zu paropdieren, war bei allen Lehrern gefürchtet.

Mit 19 Jahren verlies BiPi das College und ging zur Britischen Kavallerie. Diese sandte ihn sogleich in die damals englische Kolonie Indien. In der abgelegenen indischen Garnison tat sich BiPi als ausgezeichneter Spurenleser hervor und beobachtete das Geschehen mit wachen Augen. Auch als Unterhalter war er sehr gern gesehen. Er organisierte Theaterspiele und Konzerte. Später schickte ihn der englische Geheimdienst als Spion in die verschiedensten Länder Europas, wo ihm seine Talente, sich zu verkleiden und in andere Rollen zu schlüpfen, sehr zu gute kamen. Oft tarnte er sich als Schmetterlingsjäger oder Pflanzensammler.

1899 brach in Südafrika ein Bürgerkieg aus und BiPi wurde von seiner Regierung als Oberst nach Südafrika geschickt. Dort wurde er zusammen mit 1250 englischen Soldaten in der kleinen Stadt Mafeking von 9000 Buren eingeschlossen. Der „Wolf, der nie schläft“ wie er von den Eingeborenen genannt wurde, sass in der Falle. Die Buren glaubten den Sieg für sicher und dachten, BiPi hätte keine Chance. Sie hatten sich geirrt. BiPi verteidigte die Stadt nicht mit Gewalt sondern mit List. Mit Strohpuppen und Holzgewehren täuschte er den Buren eine viel grössere Anzahl Verteidiger vor, als sie in Wirklichkeit waren. BiPi verstand es, die Moral unter den Einwohnern durch Unterhaltung hochzuhalten. Schliesslich wurden auch die Jungen des Ortes zu Meldeläufern, Spähern und Sanitätern ausgebildet. Baden-Powel erstaunte es dabei immer wieder, mit welchem Eifer und Geschick diese Jungen ihre Aufgaben erfüllten. Am 16. Mai 1900, nach 217 Tagen Belagerung, wurde Mafeking, das sich bis zuletzt gehalten hatte, von der brtischen Armee befreit. Die Befreiung rief in England ungeheure Begeisterung hervor und BiPi wurde als Held gefeiert. Noch im selben Jahr ging der Krieg zu Ende und BiPi wandte sich neuen Aufgaben zu.
Als er nach London zurückkehrte, bemerkte BiPi, dass sein Buch „Aid for Scouting“ („Hilfe zum Spurenlesen“), welches er vier Jahre zuvor für die Kundschafter der Armee geschrieben hatte, von Kindern und Jugendlichen sehr viel gelesen wurde. Sie lernten anhand dieses Buches, wie man sich in der Natur zurechtfinden und dabei Abenteuer erleben konnte. Wenig später nahm BiPi am Treffen einer Jugendorganisation mit dem Namen „Boy’s Brigade“ teil. Doch er war sehr unzufrieden, denn ihm, dem General, war diese Organisation zu militärisch!
So kam BiPi allmählich auf die Idee, eine eigene Jugendbewegung ins Leben zu rufen und im Sommer 1907 war es dann endlich soweit - BiPi wollte seine Pfadfinderidee, bevor er diese gross veröffentlichte, selber testen. Mit 22 Buben aus allen Befölkerungsschichten begab er sich auf die Insel Brownsea an der englischen Südküste, wo er das erste Lager durchführte. Für die Jugendlichen war dies ein riesiges Erlebnis. Ein Lager zusammen mit dem Helden von Mafeking! Ansonsten war es ein Lager, wie sie noch heute von den Pfadfindern durchführt werden. Es wurde ein voller Erfolg, und von da an war die stürmische Entwicklung der Pfadfinderbewegung nicht mehr aufzuhalten.

BiPi, der selbst vom Brownsea-Lager begeistert war, hielt all seine Erlebnisse in seinem Buch „Scouting for Boys“ („Pfadfinder“) fest, welches 1908 erschien und der Pfadfinderbewegung zum Durchbruch verhalf. Noch heute dient es als Anleitung für die „Pfadfinderei“. Dieses Buch wurde in beinahe alle Sprachen übersetzt und überal auf der Erde bildeten sich darauf Jugendorganisationen: Die Pfadibewegung entstand. Sie entwickelte sich zur grössten Jugendorganisation der Welt. Heute gibt es weltweit bereits über 30 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Auch viele Berühmtheiten wie beispielsweise der deutsche Showmaster Thomas Gottschalk oder der erste Mensch auf dem Mond Niel Armstrong, der US-Präsident John F. Kennedy sowie beinahe alle anderen amerikanischen Präsidenten waren oder sind immer noch Mitglieder dieser einzigartigen Jugendbewegung.
Trotz seines zunehmenden Alters reiste BiPi noch lange mit seiner Gattin in alle Teile der Welt um die Entwicklung der Pfadi zu fördern. 1912 wurde BiPi annlässlich des ersten „World-Jamboree“ in London zum „Chief scout of the world“, das heisst Weltführer der Pfadibewegung, ernannt. 1929 wurde BiPi vom englischen König zum Lord ernannt und fortan hiess BiPi Lord Robert Stephenson Smyth Baden-Powel of Gilwell. Am 8. Januar 1941 starb Lord Baden-Powel, der erste und einzige „World-Chief“ in Nyeri (Kenia). Seine letzte Botschaft an alle Pfadfinder lautete:
„Das Einzige, was im Leben zählt, ist anderen etwas Glück zu bereiten!“