Pfingstlager der RaRo 18. - 21.05.2018

Freitag vor Pfingsten, Dornbirn Hauptbahnhof, 17:51. Eine Horde von 18 Jugendlichen und 2 jung-gebliebenen setzt sich in Bewegung. Die Rucksäcke sind groß, aber nur fast so groß wie die Motivation. Wohin die Reise geht? Aufs Bundespfingstlager 2018 in Igls (Tirol) natürlich!

Den Termin schon am 1. Jänner ganz rot im Kalender angestrichen, übers Jahr sehnsüchtig erwartet. Endlich ist die Zeit gekommen. Vorher noch kurz die Wettergötter besänftigt, angesagt sind 3 Tage Regen, Regen und nochmals Regen. Nur die ganz Kühnen bringen den Mut auf, kurze Hosen mitzunehmen.

Nach einer für Vorarlberger Verhältnisse sehr kurzen Zugfahrt kommen wir am Innsbrucker Bahnhof an. Ein schneller Einkauf im Supermarkt, schon kommt uns ein Shuttle-Bus holen. Nicht gerade pfadimäßig – froh sind wir dennoch alle, von Innsbruck bis zum Fuß des Patscherkofels sind es dann doch noch fast 10 km inklusive einiger Höhenmeter, der Lagerplatz liegt nämlich auf über 1000 m. ü. A. in bester Lage neben der Olympia-Bobbahn. Dort angekommen, treffen wir zuerst auf tausende bekannte Gesichter. Ob vom letzten BuPfiLa oder von einer anderen Aktion – so ein BuPfiLa kommt einem immer vor wie ein großes Familientreffen. Jetzt nur noch das Material auf die einzelnen Höhlen aufteilen und die Zelter im halbdunkeln aufbauen.

Viele werden sich nun fragen, was es mit den Höhlen auf sich hat. Räuber wohnen ja bekanntlich in Höhlen. Deshalb dachte sich die Lagerleitung heuer, ob es nicht einmal interessant wäre, einen bunten Mix aus sämtlichen Gruppen zu Unterlagern/Patrullen zusammen zu Würfeln. Es ist wirklich eine komplett neue Erfahrung sich mit den anderen Gruppen zu arrangieren, gemeinsam zu kochen und diverse Aufgaben zu erfüllen. Nach anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten und einem durchbrechen der Sprachbarriere funktioniert das dann auch ganz toll – wir Pfadis sind ja unkomplizierte Leute. Der Abend wird gemütlich ausklingen gelassen, um die Kraftreserven für die nächsten Tage nicht gleich zu verbrauchen.

Tagwache. Frühstück. Programmbeginn. Die Großmutter und der Kasperl planen für den 50-jährigen Jubilar Hotzenplotz eine Geburtstagsfeier. Unsere Mithilfe ist gefragt und so entwerfen wir Wimpel für jede einzelne Räuberhöhle. Ein gescheiter Ruf darf natürlich auch nicht fehlen. Eine Baumpflanzaktion sowie Wanderung auf den Patscherkofel steht auf dem Nachmittagsprogramm. Das Wetter schreckt jedoch viele ab – ein gemütlicher Kennenlernnachmittag tritt an Stelle des Programms, langweilig wird sicher niemand.

Heute, am leider schon letzten Tag des Lagers, werden nochmal alle Register gezogen. Am Vormittag sind wir mit der Patrulle unterwegs – es sind diverse Aufgaben im angrenzenden Wald zu erfüllen. Ob Tauziehen, Memory-Games, Axtwurf oder eine Quiz-Staffel, es ist für jede(n) etwas dabei.

Nach dem Mittagessen (einer etwas interessanten Variation von „Käsknöpfle“) geht es auch schon mit dem nächsten Programmpunkt weiter: einer überdimensionalen Version von „Capture the Flag“. 11 Teams (jede Räuberhöhle) à 40 Leute gegeneinander. Kurz erklärt, es geht darum, die Fahnen der gegnerischen Teams zu klauen, ohne die Eigene zu verlieren. Der Kampf ist hart und die Sonderregeln (höchstmotivierte, unsterbliche Leiter als „Polizei“) machen das Game keinen Deut leichter. Auf jeden Fall macht es eine Menge Spaß – die Verletzungen halten sich angesichts des Terrains und dem hohen Einsatz aller Spieler auch in Grenzen.

Am Abend gibt es noch ein Tirolergröstl, bevor zum offiziellen Teil übergegangen wird – der Ehrung der Sieger des Capture the Flag. Unsere Ranger Lissy, Andi, Carla, Leni und Lara durften sich zurecht mit Lorbeeren schmücken, gehören sie doch zu den Gewinnern des Spiels. Deshalb dürfen sie am Abend noch ins VIP-Zelt, die RaRote Jurte. Dort gibt es eine Tiroler Brettljause für alle Gewinner.

Der Rest vergnügt sich derweilen beim, etwas konträren, Abendprogramm. Die einen bei der Silent-Disco, die anderen zur selben Zeit beim gemütlichen Lagerfeuer mit Gittarenmusik. Somit kommen wohl alle auf ihre Kosten. Die Nacht ist lang. Jedenfalls viel zu lang um am nächsten Tag aufzustehen.

Was sein muss, muss sein. Deswegen stehen wir am Montag in aller Herrgottsfrühe auf, erledigen noch die uns zugeteilten Arbeiten, bauen die Zelte ab und sind eigentlich schon bereit zu gehen. Es fehlen nur noch die mehr oder weniger tränenreichen Verabschiedungen von unseren alten und neu gewonnenen Freunden. Aber man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben …

Das Lager war auf jeden Fall wieder einsame Spitze. Die Leute, das Programm aber auch der Lagerplatz machten das Budespfingsttreffen 2018 zu einem unvergesslichen Erlebnis!

 

Gut Pfad,

Elias Vigl