Sommerlager der Wölflinge 07. - 10. Juli 2018

Im 19. Jahrhundert, so munkelt man, waren nicht nur im weit entfernten Amerika, sondern auch bei uns im Ländle Unmengen an Gold zu finden. Um herauszufinden, ob es da vielleicht noch was zu holen gibt, machten sich die Wölflinge gleich am ersten Feriensamstag auf den Weg nach Marul, wo die Wahrscheinlichkeit, etwas zu finden, laut zuverlässigen Quellen am größten sei. Wie die waschechten Goldgräber damals, marschierten wir mit unserem Planwagen, der von den wackeren Jungs selbst gezogen wurde, den Waldlehrpfad entlang und hörten dabei allerlei Interessantes über unsere tapferen Vorgänger aus der Vergangenheit. Je mehr Geschichten wir hörten, umso dringender wollten auch wir einen großartigen Goldschatz finden, der sich hier doch irgendwo verstecken musste. Der Weg führte uns durch wildes Gestrüpp, an gefährlichen Seen und Bächen vorbei und über tiefe Schluchten, die wir natürlich alle mit Bravour überquerten. Beim Versuch, mit dem Floß über den eisigen (oder eventuell auch nur ziemlich kalten) See zu kommen, fiel vielleicht der eine oder andere hinein, was uns aber nicht aufhielt – wieder raus aus dem See, rauf aufs Floß und schon geht’s wieder weiter, das Goldgräbergen war also eindeutig vorhanden!

Bei all diesen Abenteuern, die die Jungs schon am ersten Tag erlebten, vergaßen sie doch glatt ihre eigentliche Aufgabe: keiner hat nach Gold gesucht! Doch zum Glück gab es aufmerksame Leiter, die ständig die Augen offen hielten und den Jungs am Ende des Tages ein paar ihrer gefundenen Goldstücke überließen. Aber was macht man überhaupt mit dem ganzen tollen Gold? Wieder zurück am Lagerplatz in Ludesch war ganz zufälligerweise der Bankangestellte Sir William zu Besuch, der ihnen natürlich liebend gern ihr Gold in Jetons umgetauscht hat, die sie dann am Ende des Lagers verwerten konnten. Der Ansturm war groß und schon nach kurzer Zeit war fast alles Gold der Jungs umgetauscht. Nach dem „Geschäftlichen“ war der erste Tag schon fast vorbei und nach dem gemütlichen Singsang am Lagerfeuer ging es dann auch schon ab ins Bett.

Tag 2 stand ganz unter dem Thema: „wie werde ich ein echter Goldgräber?“ Vor dem Frühstück gings gleich schon mit den Füßen in die eiskalte Lutz, damit wir hellwach in den Tag starten konnten. Es stand einiges auf dem Programm: Steckenpferde basteln (damit wir nicht mehr nur zu Fuß unterwegs waren), Zielschießen mit Pfeil und Bogen, Goldgräbergeschichten lauschen und Postkarten für die Familie zuhause schreiben. Am Nachmittag ging es dann weiter mit den körperlichen und geistigen Aktivitäten, denn ein Goldgräber muss ja nicht nur bärenstark sein, sondern auch was im Köpfchen haben! Mit Geschicklichkeitsspielen und Wettläufen wurden sie bestens auf das vorbereitet, was sie am Abend erwartete: nachdem sie in Marul nicht so viel Glück bei der Goldsuche hatten, durften sie es an den Ufern der Lutz probieren. Jede Kleingruppe durfte mit etwas Startkapital einen Claim kaufen und dort buddeln und graben und alles Gold rausholen, das sie finden konnten. Wenn sie der Meinung waren, dass nichts mehr zu finden war, konnten sie natürlich den nächsten kaufen – es war ein Spaß, mit welchem Engagement und mit welcher Freude die Jungs dabei waren und sie waren auch recht erfolgreich! Mit den Taschen voller Gold und total zufrieden ging es dann wieder zurück zum Lager und ab in die Schlafsäcke.

Am dritten schon fast letzten Tag war es mal wieder an der Zeit, die motivierten Goldgräber mal dazu zu bringen, nicht nur Gold, sondern auch sich selbst zu waschen ???? Am Montag war Badetag, also packten wir unsere Rucksäcke und machten uns erst auf den Weg zum Bahnhof Ludesch um dort dann mit dem Zug nach Nenzing zu fahren. Dort verbrachten wir den ganzen Tag im Walgaubad und hatten einen riesen Spaß! Das Geld, das die Jungs im Frühling bei der Losverkaufsaktion verdient hatten, bekamen sie im Bad und konnten sich Eis und Süßigkeiten kaufen – das machte den Tag für sie natürlich noch toller! Nach ein paar Stunden baden, rutschen, in der Sonne liegen und vielleicht auch dem einen oder anderen Schläfchen war der Tag irgendwie viel zu schnell vorbei und wir mussten uns viel zu früh wieder auf den Weg zurück zum Lager machen. Obwohl es doch ziemlich anstrengend war, freuten sich alle auf den großen Abschlussabend: nach 3 Tagen Gold sammeln und in Jetons eintauschen erfuhren sie heute endlich, was sie denn damit machen konnten! Die Leiter bauten einen richtig coolen Saloon, bei dem sich die Wölflinge wie zu Goldrausch-Zeiten einen Drink gönnen und bei verschiedenen Spielen ihre Jetons verzocken konnten. Da zeigte sich, wer vom Glück verwöhnt oder doch eher ein unglücklicher Verlierer war. Aber egal, ob Gewinner oder Verlierer, es machte allen sehr viel Spaß und es war ein total gelungener Abschlussabend.

Am Dienstag, dem letzten Lagertag, wurden teilweise schon vor dem Wecken der Kids die Taschen gepackt und so konnten wir nach dem Frühstück mit der letzten Wanderung des Sommerlagers starten. Es ging über die Ruine Blumenegg zum Montjola Weiher, am zugehörigen Wasserfall vorbei und über Thüringen wieder zurück zum Lagerplatz – eine kleine, aber feine und schöne Wanderung war ein idealer Abschluss, bevor die Wölflinge schon von ihren Eltern wieder abgeholt wurden.

Ein spannendes und tolles Lager ist wieder viel zu schnell vorbei gegangen, aber natürlich freuen wir uns alle schon wieder auf das nächste! ????


So gut ich kann,

 

Betty