15. World Scout Moot 2017 Iceland

World Scout Moot 2017 – Change!! 

 

Schon seit Monaten freuten wir uns auf das Rover Moot 2017 in Island. Bei einem internationalen Camp dabei zu sein, ist immer wieder eine riesen Freude, vor allem wenn es darum geht, mit 5.000 anderen Pfadfinder Island unsicher zu machen. Die Vorfreude stieg im Frühjahr in Salzburg ins unermessliche, als wir zum Vorbereitungslager eingeladen wurden. Schnell wurde uns dort klar, dass Island ein echtes Abenteuer werden sollte. Man warnte uns von der Kälte, Vulkanen, Erdbeben und Fliegenschwärmen, die nur verschwinden wenn es windet, doch dann habe man mit dem Wind zu kämpfen.  

 

Doch von solchen Kleinigkeiten ließen wir uns nicht abhalten. Am 22.7. wagten wir den Sprung ins kalte Wasser, oder wohl eher ins Flugzeug. Nach einer nahezu schlaflosen Nacht im Auto nach München und einen drei stündigen Flug betraten wir erstmals isländischen Boden. Kurzerhand wurden wir von einer Windböe gemischt mit Nieselregen erfasst und ordentlich wachgerüttelt. Doch wir hatten ein Ziel… Hamburg… Ähm Hamraborg! Denn dort durften wir unser Gepäck der nettesten AirBnB-Gastgeberin überhaupt überreichen. Abends wurde dann noch getestet wann es denn dunkel wird. Unser Fazit nach über 30 Stunden ohne schlaf: Spät… aber halb so wild, solange man Witze wie „I wear my sunglasses at nicht“ und coole Selfies um Mitternacht (aber immer noch hell) mit der Beischrift „Saturday night“ macht. 

In einer Wohnung in der Nähe von Reykjavik verbrachten wir also noch die letzten Tage vor dem weltweiten Lager. Von Sightseeing mit den Hop-on-Hop-off-Bus über spontane Flashmobs mit 50 anderen Pfadis in der Innenstadt und das sonntags nachts. Es war von allem etwas dabei.  

 

Und nun etwas Small talk: das Wetter war grandios! Isländer selbst erkannten ihr Land nicht wieder, denn so einen Hochsommer gab es selten. Hochsommer sind zwar auch nur 20 Grad, aber für einen Sonnenbrand hat’s gereicht. 

 

Am Dienstag war es dann so weit. Man lud zur Eröffnungsfeier ein und von überall her strömten die Pfadfinder in eine Sporthalle. Eine herzerweichende Rede, sowie eine atemberaubende Ziskusshow unterhielten uns bis es dann Abschied nehmen hieß. Denn für die nächsten Tage wurden wir aufgeteilt in unsere Expeditionscamps. Clara, Emma und Sarah durften Reykjavik noch etwas länger bestaunen. Für Julian ging es ab nach Skaftafell und ich wurde nach Þingvellir gebracht. Dort durfte ich auch endlich die berüchtigten Fliegenschwärme kennenlernen. Nun verbrachte jeder in seiner Patrouille, die aus den unterschiedlichsten Nationalitäten zusammengewürfelt war, eine aufregende Zeit. Nach Aktivitäten wie Fischen in einem See ohne Fische, Beachparty, Gletscherwanderung, Community service und vielen mehr, traf man sich dann auch schon wieder. Denn nun wurden wir ins Hauptcamp gebracht. Nach und nach entstand dort eine Zeltstadt mit allem was dazugehört: Aussichtsturm, Hüpfburgen, Stadtplatz mit diversen Cafés, squat toilet, und und und. Nach einer weiteren Eröffnungszeremonie, dem Internationalday und einer Open-mic-night wurden überall Stationen mit den unterschiedlichsten Programmen angeboten. So bastelte man sich am einen Tag die Finger wund um jedem ein Souvenir mitbringen zu können (oder man zahlt umgerechnet 10 € für einen kleinen Magneten… 10 €!) und am nächsten Tag ging man im Lebensbaumzelt auf eine spirituelle Reise. Abends musste man sich dann zwischen dem dutch café, indem es gefühlt durchgehend den Song Despacito spielte oder einem kleinen Lagerfeuer um das sich duzende Pfadfinder scharten. Nach einem unvergesslichen Konzert einer Band dessen Name ich vergessen habe, war es dann leider schon Zeit für die Abschlussfeier. Ein letztes Mal kamen alle zusammen um den Nerv tötenden Lagersong mit passenden Bewegungen zu singen und ein letztes Mal wurden die Zeremonienredner ange-„moot“.  

So schnell wie die Zeltstadt aufgetaucht ist, war sie auch schon wieder weg. Doch halt! Nur weil das Lager vorbei war, war unser Aufenthalt noch nicht ganz vorüber. Schnappt euch die Autos, wir machen einen Roadtrip!  

Vorbei an majestätischen Wasserfällen und riesigen Vulkanen, entlang der schwarzen Küste und dann ein Zwischenstopp an einem Gletscher. Geysire, heiße Quellen und nicht für Touristen gedachte Kraftwerke (Ups…) machten unsere Reise noch etwas besonderer. Doch nach etwa zwei Wochen Island hieß es runter von der Insel. Noch schnell ein Erinnerungstattoo und dann ab in den Flieger und hoffen, dass das Gepäck auch ankommt.  

 

Ich spreche sicher für jeden der dabei sein durfte, wenn ich sage, das Rover Moot war einzigartig und eine meiner schönsten Erinnerungen als Pfadfinder. Und zum Schluss alle laut mitsingen: BE PREPARED, FOR ALL THAT IS COMING…